Die unangenehme Nachricht zuerst: einen deutschen Reisepass kann man nicht verlängern. Es gibt keinen Stempel, keine Verlängerungsmarke, keinen Aufkleber. Du beantragst einen neuen Pass bei der Passbehörde — Bürgeramt oder Bürgerbüro — an deinem Hauptwohnsitz, persönlich, mit Fingerabdrücken und einem digital übermittelten Lichtbild. Die reguläre Herstellung bei der Bundesdruckerei dauert meist drei bis sechs Wochen, der Expresspass in der Regel etwa drei bis vier Arbeitstage plus Behördenweg. Gültig ist der neue Pass zehn Jahre, unter 24 Jahren sechs Jahre (§ 5 PassG).
Wenn du also nach dem Suchbegriff „Reisepass verlängern“ hier gelandet bist: Du suchst eigentlich „Reisepass neu beantragen“. Der Rest der Seite erklärt, was das kostet, wie lange es dauert und was du mitbringen musst.
Die drei Wege zum Pass
| Regulär | Express | Vorläufiger Reisepass | |
|---|---|---|---|
| Dauer | meist 3–6 Wochen | meist 3–4 Arbeitstage bei der Bundesdruckerei | sofort in der Behörde |
| Gebühr | 70 € ab 24, 37,50 € darunter | zusätzlich 32 € Expresszuschlag | 26 € |
| Gültigkeit | 10 Jahre (unter 24: 6 Jahre) | wie regulär | maximal 1 Jahr |
| Einschränkung | keine | keine | wird nicht von allen Ländern akzeptiert |
Die Beträge stehen so in der Passgebührenverordnung; Behörden erheben teils zusätzliche Gebühren, etwa wenn du den Antrag außerhalb deines Wohnorts stellst. Prüfe den aktuellen Betrag auf der Seite deiner Passbehörde, bevor du zum Termin gehst.
Der vorläufige Reisepass ist der Notnagel: Er wird direkt am Schalter ausgestellt und ist damit die einzige Option, wenn du übermorgen fliegst. Er hat aber keinen elektronischen Chip, und deshalb akzeptieren ihn manche Länder nicht — die USA etwa erlauben mit einem vorläufigen Pass keine visumfreie Einreise über ESTA. Wenn dein Ziel außerhalb Europas liegt, kläre das vorher über die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts.
Was du zum Termin mitbringst
- Dich selbst. Persönliches Erscheinen ist Pflicht, weil Fingerabdrücke abgenommen werden.
- Ein digitales Lichtbild. Seit dem 1. Mai 2025 werden Passbilder digital erzeugt und elektronisch an die Behörde übermittelt — entweder im Fotostudio, das die Aufnahme sicher übermittelt, oder am Selbstbedienungsterminal in der Behörde. Papierbilder werden nicht mehr angenommen.
- Den alten Reisepass und, falls vorhanden, den Personalausweis.
- Bei der ersten Beantragung eine Geburtsurkunde, gegebenenfalls weitere Personenstandsurkunden.
- Bei Kindern die Zustimmung beider sorgeberechtigter Elternteile.
Den Kinderreisepass gibt es seit 2024 nicht mehr. Kinder bekommen einen regulären Reisepass mit sechs Jahren Gültigkeit — teurer als früher, dafür überall akzeptiert.
Termine sind das eigentliche Nadelöhr. In größeren Städten sind Passtermine regelmäßig Wochen im Voraus ausgebucht, und diese Wartezeit kommt zur Produktionszeit dazu. Rechne sie mit ein, wenn du planst.
Warum gültig nicht reisetauglich heißt
Das Ablaufdatum im Pass ist nicht das Datum, ab dem es eng wird. Viele Länder verlangen, dass der Pass bei der Einreise noch sechs Monate gültig ist — Thailand, Indonesien, Ägypten, die Türkei und viele andere gehören zu diesem Kreis. Andere verlangen nur Gültigkeit für die gesamte Aufenthaltsdauer; die USA sind ein solcher Fall, sie behandeln deutsche Pässe als für den Aufenthalt ausreichend gültig. Innerhalb des Schengen-Raums reist du als deutsche Staatsangehörige ohnehin mit Personalausweis.
Die Rechnung, die zählt, geht also so: Rückreisedatum plus die vom Zielland geforderte Restgültigkeit. Fällt dieses Datum hinter das Ablaufdatum im Pass, brauchst du vorher einen neuen. Der Reisepass-Gültigkeitsrechner nimmt dir das Rechnen ab, die Regel selbst erklärt der Leitfaden zur Sechs-Monats-Regel.
Weil die Airline das schon beim Check-in prüft, scheitern Reisen an dieser Regel typischerweise am Flughafen und nicht erst an der Grenze. Das ist der teuerste Zeitpunkt, es zu merken.
Wenn der Pass schon abgelaufen ist
Ein abgelaufener Reisepass wird nicht rückwirkend geheilt; du beantragst schlicht einen neuen, und der Ablauf allein ist kein Bußgeldgrund. Unangenehm wird es nur, wenn du weder gültigen Pass noch gültigen Personalausweis hast — als deutsche Staatsangehörige bist du ausweispflichtig, und ohne Dokument wird jede Behörde, Bank oder Autovermietung zum Hindernis.
Steht kurzfristig eine Reise an, ist der vorläufige Reisepass der Ausweg, sofern das Zielland ihn akzeptiert. Für Notfälle im Ausland ist die zuständige deutsche Auslandsvertretung die richtige Adresse; sie stellt Reisedokumente aus, verlangt dafür aber Angaben, die du am schnellsten aus einer Kopie deines alten Passes vorlesen kannst.
Der beste Zeitpunkt: neun Monate vorher
Eine Faustregel, die die drei Wartezeiten — Termin, Produktion, Sechs-Monats-Puffer — sauber abdeckt: Beantrage neu, wenn noch etwa neun Monate Gültigkeit übrig sind. Dann bist du auch dann sicher unterwegs, wenn die Bundesdruckerei gerade ausgelastet ist.
Der alte Pass bleibt bis zur Ausstellung des neuen gültig, du bist also nicht plötzlich ohne Dokument. Bei der Abholung wird er entwertet — meist mit ausgestanzten Ecken — und du darfst ihn in der Regel als Erinnerungsstück behalten, samt Visa und Stempeln. Wie du das Ablaufdatum überhaupt zuverlässig findest, steht im Leitfaden zum Ablaufdatum im Reisepass.
So legst du es ab
Von Hand: Fotografiere die Datenseite deines Passes, notiere das Ablaufdatum und trage dir zwei Termine in den Kalender ein — einen zwölf Monate vorher (Zeit, den Termin zu buchen) und einen sechs Monate vorher (letzte Gelegenheit für die meisten Fernreisen). Leg das Foto zu den anderen Ausweisdokumenten, nicht in die Kamerarolle zwischen Urlaubsbilder. Wenn im Haushalt mehrere Pässe mit verschiedenen Daten kursieren, hilft eine schlichte Liste; der Ablaufdaten-Checker baut daraus eine Übersicht.
Paperlock spart die Handarbeit: Es liest das Ablaufdatum aus dem Passfoto, legt das Dokument in den Face-ID-geschützten Tresor und erinnert dich — wenn du Erinnerungen aktiviert hast — 30 und 7 Tage vorher, bei Reisepass und Personalausweis zusätzlich schon sechs Monate vorher. Genau der Vorlauf, den ein Behördentermin braucht.
Ob in deinem Fall eine Behörde zusätzliche Unterlagen verlangt — etwa nach einer Namensänderung, bei doppelter Staatsangehörigkeit oder wenn der alte Pass verloren ging —, hängt vom Einzelfall ab. Die Passbehörde deines Wohnorts sagt dir das vorab am Telefon oder auf ihrer Webseite, und das kostet weniger Zeit als ein zweiter Termin.